Der Berg ruft |2011-12-17|

Nun bin ich also wieder im kalten Deutschland angekommen, doch ein paar Bilder von der letzten Urlaubswoche in Neuseeland möchte ich noch zeigen. In Wanaka machte ich einen Ausflug zum Rob Roy Gletscher, der eher was für Abenteurer ist. Mein angemieteter Nissan Sunny mußte sich über 30 Kilometer Graupelpiste und durch etwa 10 Furten quälen, bis der Anfang des Wanderwegs im Mount Aspiring Nationalpark erreicht war. Dann ging es anderthalb Stunden zu Fuß steil bergauf durch wilde Natur, es waren sogar ein paar Keas zu hören, aber leider nicht zu sehen. Am Ende steht man vor einer riesigen Steilwand, von der Wasserfälle herabströmen und aus dem Nebel der thronende Gletscher zu erspähen war, sehr imposant! Nach einem kurzen Abstecher auf den Mount Iron am nächsten Tag hieß das nächste Ziel dann Queenstown. Für mich stand schon von Anfang an fest, dass ich dort dann mit dem Jetboat den Shotover River entlangdüsen werde. Der Jetboatpilot manövriert das Boot dabei so haarscharf an den gezackten Felsen des Canyons vorbei, dass man mehr als einmal glaubt, dass das Boot die Kurve nicht mehr kriegt. Dazu kommen dann noch wilde 360 Grad Drehungen und Sprünge über die Wellen, das zusammen ergibt dann eine adrenalingeladene Fahrt, die man nicht so schnell vergißt. Außerdem stand noch eine Fahrt mit der TSS Earnslaw auf dem Programm, einem alten Dampfschiff, welches über den Lake Wakatipu schippert. Kombiniert mit einer Mountainbiketour auf der anderen Seite des Sees durch Weideland und Wälder ergab eine sehr schöne Tagestour. Dann hieß es für mich auf zum Berg der Berge. In Neuseeland ist das der Aoraki Mount Cook mit 3754 Metern Höhe. Was soll ich sagen? Ich hatte echt Glück mit dem Wetter. Ich war zwei Nächte im Hermitage Hotel im Mount Cook Village untergebracht und es war schönstes Sommerwetter und ich hatte eine super Aussicht auf den Berg. Der Kea Point Track und der Hooker Valley Track waren gut zu meistern, doch auch hier hielten sich die Keas von mir fern, so dass ich keinem Papageien in freier Wildbahn begegnet bin. Kaninchen gab es dafür aber wieder zu Hauf zu sehen. Die Reise ging dann in Richtung Christchurch, wo dann auch der Flieger Richtung Heimat starten sollte. Vorher stattete ich jedoch dem benachbarten Akaroa noch einen halbtägigen Besuch ab, um auf einer Bootstour Hector-Delfine, Seevögel und Robben zu beobachten. Das war sehr spaßig.



A Slice of Paradise |2011-12-05|

Eine Woche Südinsel habe ich nun schon erlebt. Die Fahrt mit der Fähre war schön, auch wenn das Wetter nicht ganz so super war. Dafür entschädigten aber die Hector-Delphine, die im Queen Charlotte Sound zu sehen waren. An der Abel Tasman Coast bin ich mit dem Wassertaxi zum Split Apple Rock und zur Robbenkolonie gefahren und ein Stück den wunderschönen Abel Tasman Coast Track entlang gewandert. Dann fuhr ich durch die Bullers Gorge zur Westküste. Auf den Weg lag die längste Hängebrücke Neuseelands, die mußte ich natürlich mitnehmen.



Die Westküste zeigte sich sehr launisch, was das Wetter angeht. Ich war dreimal bei den Pancake Rocks (Pfannkuchenfelsen), aber leider wollten die Blowholes dort kein Wasser spucken. Naja, die Felsen sind auch so schon sehr sehenswert. An mehreren Küstenabschnitten kann man auch Pinguine, aber leider hatte ich kein Glück, welche zu sichten (das klappt ohnehin meistens nur in der Dämmerung, da sie tagsüber im Meer jagen). Die Reise ging weiter Richtung Süden, wo ich in Franz Joseph zum gleichnamigen Gletscher gewandert bin und im Nachbarort Fox den Lake Matheson einen Besuch abstattete, da dieser für seinen grandiosen Spiegeleffekt und das tolle Alpenpanorama bekannt ist. Ich hab auch nur 2 Stunden ausharren müssen, bis sich die Wolken so langsam aus dem Staub gemacht haben und es möglich war, Bilder von Neuseelands höchsten Gipfeln zu machen. Danach ging die Fahrt weiter nach Wanaka, eine sehr schöne Strecke die von tollen Aussichtspunkten am Meer in die Südalpen führt, vorbei an Wasserfällen und über hellblaue Flüsse hinweg.



Heiße Sache |2011-11-28|

Wenn Alice allen Kaninchen folgen müßte, die ich in den letzten Tagen am Straßenrand habe hoppeln sehen, dann hätte sie ganz schön was zu tun. In den Tagen seit dem letzten Blogeintrag habe ich wieder viel erlebt. Von der Coromandel Halbinsel bin ich nach Rotorua gefahren. Dort habe ich mir als erstes im Rainbow Springs Kiwi Wildlife Park die einheimischen Tierarten angeschaut, welche die letzten Jahrhunderte seit der Besiedlung Neuseelands durch die Menschheit überlebt haben. Da gibt es unter anterem die einheimische Echse namens Tuatara zu bestaunen, die zur besonders faulen Sorte gehört und in der Lage ist, ihren Herzschlag bis auf 8 Schläge pro Minute zu drosseln. Dann natürliche jede Menge Vögel, zum Beispiel die einheimischen Pagapeienarten Kaka und Kea sowie natürlich den Kiwi, den man Tags und Nachts in der Aufzuchtstation besuchen kann. Dann fuhr ich zu Lindsay und Jonathan im 124 On Brunswick Bed & Breakfast, zwei großartigen Gastgebern, die mir neben einer tollen Unterkunft mit Blick auf den See Rotorua und einem super Frühstück auch jede Menge Vorschäge zu Unternehmungen machten und viele Geschichten zu erzählen hatten. Am nächsten Tag besuchte ich Waiotapu, ein sehr aktives geothermales Gebiet. Zuerst bestaunte ich den Lady Knox Geyser, welcher jeden Tag publikumswirksam 10:15 Uhr zum Ausbruch gebracht wird. Weitere Highlights waren der orange-blaue Champagnerpool, grüne und giftgrüne Seen und blubbernde Schlammtümpel. Irgendwann gewöhnt sich dann auch die Nase an den Schwefelgestank. Am Abend besuchte ich dann eine Maori-Vorstellung, wo man einiges zur Kultur und den Bräuchen der neuseeländischen Ureinwohner erfährt. Am Ende gab es dann das Hangi, ein traditionelles Essen, welches in der heißen Erde zubereitet wird.



Ich wäre gern noch länger geblieben, doch am nächsten Tag mußte ich weiter in Richtung Hawkes Bay. Meine Reise führte durch Taupo, wo man die Huka Falls bestaunen kann. Der normalerweise ca. 100 Meter breite Fluß Waiukato presst sich an dieser Stelle durch eine ca 15 Meter breite Felsschlucht und stürzt dann 10 Meter in die Tiefe, ein gewaltiges Schauspiel. Danach ging es weiter an die Hawkes Bay, eines der großen Weinanbaugebiete Neuseelands. Den nächsten Tag verbrachte ich mit einem Abstecher zum Te Mata Aussichtspunkt, einer Radtour an den schwarzen Stränden der Hawkes Bay entlang und einem Besuch in der Art-D├ęco Stadt Napier, wo die 20er Jahre des letzten Jahrhunderts bis heute präsent sind und zelebriert werden. Heute führte mich dann die Reise zum Ort mit dem längsten Namen der Welt und weiter nach Wellington, der Hauptstadt Neuseelands. Leider ist Wellington für sein sehr launiges Wetter bekannt, deswegen blieb mir bei vorherrschendem Nieselregen und starkem Wind nur die Option, as neuseeländische Nationalmuseum Te Papa zu besuchen.



Endlich Urlaub |2011-11-23|

Endlich November, endlich Sommer, endlich Urlaub! So zumindest ist es in meinem Fall, da ich mir Neuseeland als Ziel meiner Urlaubsreise auserkoren habe. Hier ist so einiges anders: Sommer statt Winter, Links- statt Rechtsfahren und Mittagssonne im Norden statt im Süden. Da ich erst am dritten Tag meiner Reise angekommen bin, habe ich bisher nur einen kleinen Teil des Landes gesehen, nämlich Auckland und die Coromandel Halbinsel im Norden. Das Mittelerde-Feeling kommt aber schon auf, stellenweise fährt man durch das Auenland und fragt sich, warum die Hobbits durch Schafe und Kühe ersetzt worden sind. An der Pazifikküste dann ist es nicht weniger spannend, neben seltsamen Vögeln (besonders die Austernfischer) kann man sich sein eigenes Heißwasserbecken buddeln (am Hot Water Beach) oder die Cathedral Cove bewundern, eine Höhle direkt am weißen Sandstrand.



Grunge City |2011-10-30|

Dieses Wochenende war ich endlich in Seattle, der größten Stadt im Nordwesten der USA. Trotz zweifelhafter Wettervorhersagen habe ich einen ziemlich schönen Samstag erwischt, wie man den Fotos entnehmen kann. Zuerst steuerte ich den Alki Beach an, da hat man einen super Blick über den Hafen und die Skyline von Seattle (nachts bin ich nochmal dorthin, um die erleuchtete Skyline zu fotografieren). Ein paar Robben waren auch zu hören, aber sie waren so weit weg, dass man sie nicht sehen konnte. Dann bin ich zum Seattle Center gefahren, welches das Wahrzeichen der Stadt, die 184 Meter hohe Space Needle, beherbergt. Nach einem Rundgang durch Downtown, wobei ich auch eine Frau mit Pferd und die Leute von Occupy Seattle gesehen habe, machte ich einen kurzen Stop im Kerry Park, der einen super Blick auf die Stadt bietet. Am späten Nachmittag ging es dann im Glaslift auf die Space Needle hinauf, wo ich den Sonnenuntergang über dem Puged Sound genießen konnte. Der Sonntag startete dagegen regnerisch, das perfekte Wetter um das EMP Museum zu besuchen, welches eine Ausstellung zum Thema Rockmusik beinhaltet und Sonderausstellungen zum Thema Science Fiction und Horrorfilme im Programm hatte.



Special Request |2011-10-19|

Hier eine Karte mit einigen Orten in Oregon und Washington, die ich schon besucht habe.


Oregon und Washington, USA auf einer größeren Karte anzeigen

Etwas von allem |2011-10-17|

Letzten Samstag habe ich den Saddle Mountain bestiegen, welcher nicht weit von der Pazifikküste entfernt ist. Trotz einiger Wolken hatte ich einen schönen Rundumblick, der Pazifik war im Osten zu sehen und im Norden die Vulkane Mount St.Helens, Mount Rainier und Mount Adams. Der Aufstieg war zwar langwierig und am Ende mühsamer als erwartet, dennoch hatte ich noch mehr als genug Zeit, danach an die Küste zu fahren und am kilometerlangen Sandstrand in der Nähe von Seaside auf den Sonnenuntergang zu warten.
Am Sonntag hab ich mich dann auf den Weg zur Ape Cave gemacht, eine wohl 2000 Jahre alte Lavahöhle und angeblich die längste ihrer Art in Amerika. Es war naß, kalt und so dunkel, dass man ohne Licht die Hand vor Augen nicht gesehen hat. Zu allem Überfluß musste man das letzte Stückchen auf allen Vieren durch den Höhlensand robben, wenn man wirklich bis zum Ende der Höhle kommen wollte. Mit anderen Worten: ich hatte jede Menge Spaß. Danach ging die Fahrt weiter zur Windy Ridge, einem Aussichtspunkt östlich des Mount St.Helens. Der Ort machte seinem Namen wirklich alle Ehre, es war sehr windig dort. Aber eigentlich war ich da, um den Harmony Trail zum Spirit Lake (Geistersee) zu erwandern, der aber erstmal gefunden werden mußte, irgendwie gab es da keine Schilder. Ich hab es aber dennoch geschafft und es hat sich auch gelohnt, denn wenn man am Ufer des Spirit Lakes steht, dann sieht man da die unglaublichen Massen an Bäumen (es sind angeblich Millionen), die damals vor 31 Jahren beim Vulkanausbruch des St.Helens in dem See gelandet sind und seitdem im Wasser treiben.



Smith Rock State Park |2011-10-10|

Letzten Samstag war ich mit zwei Arbeitskollegen im Smith Rock State Park wandern. Der Park ist das Eldorado für Kletterer in Central Oregon, aber auch für Wanderer gibt es einen abwechslungsreichen Trail. Ein Highlight ist das Monkey Face (Affengesicht), eine 350 Fuß hohe Felssäule, die von einer Seite tatsächlich wie ein Affenkopf aussieht. Der State Park am Crooked River diente auch schon als Kulisse für viele bekannte Filme, v.a. Western, aber z.B. auch Postman oder Password Swordfish. Am Sonntag machten wir nochmal eine kurzen Abstecher zu den Painted Hills, die ich ja schon vor zwei Wochen besucht hatte.



Wasser von oben |2011-10-03|

Der Herbst hat Einzug gehalten und entsprechend bescheiden fiel das Wetter am Wochenende auch aus. Trotz der Regenvorhersage ließ ich mich nicht davon abhalten, mir die Silver Falls anzuschauen. Im Canyon kann man insgesamt 10 Wasserfälle erwandern, mir hat aber die halbe Strecke mit der Hälfte der Wasserfälle und der Hälfte des Regens vollkommen ausgereicht.



Im wilden Osten Oregons |2011-09-26|

Es ist mal wieder Zeit für ein paar neue Bilder. Das Wetter hier in Oregon wird zunehmend kühler und auch regnerischer. Vorletztes Wochenende war ich auf dem Angel's Rest Trail unterwegs, es hat während des Aufstieges zum Aussichtspunkt über die Schlucht des Columbia Rivers die ganze Zeit geregnet. Glücklicherweise verbesserten sich die Witterungsverhältnisse dann doch noch etwas und ich konnte ein paar Fotos schießen. Letztes Wochenende ging es Richtung Osten, wo ich zwei Formationen der John Day Fossil Beds besuchte. Als erstes ging es zu den Painted Hills. Diese farbigen Tonhügel wirken, als hätte sie ein Aquarellmaler in die Landschaft gemalt und erstrahlen je nach Licht- und Witterungsverhältnissen unterschiedlich intensiv in Rot-, Gelb-, Weiß- und Schwarztönen. Danach besuchte ich den Blue Bowl, ein kleines Tal, welches mehr oder weniger komplett aus hellblauem Lehm besteht, welcher durch Erosion so seltsame Formen angenommen hat, dass man sich auf einen anderen Planeten versetzt fühlt. Gegen Abend beschloss dann das Wetter, dass es genug Sonnenschein für dieses Wochenende sei. Am Sonntag machte ich noch einen Abstecher nach Portland, um unter anderem ein paar Bilder von Portlandia zu schießen, einer etwa 11 Meter hohen Bronzestatue und ein Wahrzeichen der Stadt.



Crater Lake |2011-09-11|

Zwei Monate sind vergangen und ich bin wieder in Oregon. Diesmal besuchte ich den Crater Lake Nationalpark im Süden. Dies war gleichzeitig die erste Bewährungsprobe für meine neue Kamera, eine Lumix G3. Der Crater Lake ist der tiefste See der USA und hat auch die beste Wasserqualität. Weil er durch die Füllung einer Vulkancaldera mit Wasser entstand, besitzt er weder Zu- noch Abflüsse und wird nur durch Regen- und Schmelzwasser gespeist. Durch das besonders saubere Wasser besitzt er eine tiefblaue Farbe. Gestern bin ich mit dem Auto den Rim Drive, eine Straße rings um die Caldera, entlanggefahren und habe mir den See von den verschiedenen Aussichtspunkten aus angesehen. Außerdem habe ich die Bootstour mitgemacht, bei der man zwei Stunden lang alle vulkanischen Sehenswürdigkeiten aus nächsten Nähe bewundern kann z.B. die beiden Inseln Wizard Island und Phantom Ship oder Devil's Backbone, ein freigelegter Lavagang, der vom Wasser bis zum Rand hinauf reicht. Um aber zum Boot zu kommen, muss man den einzigen Weg nehmen, der vom Rand zum Wasser führt, den Cleetwood Trail. Auf 3,5 km muss man dabei mehr als 200 Höhenmeter überwinden, was auf dem Weg nach unten nicht besonders tragisch ist, aber dann wieder hinauf war es doch anstrengend, da es ziemlich warm war. Auf dieser Wanderung und an den Aussichtspunkten kann man auch viele der einheimischen Vögel und Streifenhörnchen beobachten. Da der See so weit im Süden Oregons liegt, beschloss ich, auch noch den Sonntag Vormittag dort zu verbringen, bevor ich wieder in Richtung Norden aufbrach.



Den Sonntag habe ich für eine Wanderung auf den Garfield Peak eingeplant, zum einen weil man auf der gesamten Wanderung fantastische Ausblicke auf den See und die Umgebung hat und zum anderen, um ein kleines wunderliches Tier zu finden, welches im Hochgebirge anzutreffen ist: den Pika oder Amerikanischen Pfeifhasen. Die Chancen standen gut, da ich schon früh bei moderaten Temperaturen aufbrach und der Pfad direkt durch den Lebensraum der kleinen Säuger führt. Im Gegensatz zu den Streifenhörnchen sind die Pikas ziemlich scheu und man muß schon wissen, wo man sie suchen muss. Doch schon kurz nach Beginn der Wanderung konnte ich einen erspähen, der direkt unterhalb des Wanderpfades auf einem Stein Ausschau hielt und dabei die für Pikas typischen Warnrufe ausstieß. Ich konnte auch ein paar Bilder machen, bevor der wieder verschwand. Pikas sehen auf den ersten Blick aus wie Mäuse: klein, runde Mäuseohren, braunes Fell. Jedoch besitzen sie keine Mäuse- sondern einen Hasenschwanz und sie ernähren sich von Gras, nicht von Nüssen oder Samen. Sie sind eben keine Nager, sondern mit Hasen und Kaninchen verwandt. Auf meinem Weg hinauf zum Gipfel konnte ich noch einige weitere Pikas sehen und auch hören (in diesem Fall gilt: Hören ist leichter als Sehen und Sehen ist leichter als Fotografieren, da die Pikas auch ziemlich flink sind). Oben auf dem Garfield Peak angekommen hatte ich einen tollen Blick über den See, da das Wetter einfach fantastisch war.

Spieglein, Spieglein |2011-07-11|

Das letzte Wochenende besuchte ich den Mount Rainier National Park. Eine wunderschöne Route führt vorbei an den Narada Falls, über Canyons, Seen und Pässe, unzählige Wanderwege, Flüsse und Wälder bis zum höchsten Punkt im Nationalpark, Sunrise. Dort lag der Schnee auch im Juli noch meterhoch und man hatte einen fantastischen Blick auf Mount Rainier, den höchsten Berg Washingtons (4392m). Des weiteren machte ich einen weiteren Abstecher in Richtung Mount Hood, genauer gesagt zum Mirror Lake. Diese kleine See ist berühmt für seinen Ausblick auf den Vulkan, der sich an klaren Tagen im Wasser spiegelt. Da der Aufstieg zwar kurzzeitig anstrengend, aber nicht tagesfüllend ist, ging es vom Mirror Lake dann weiter hinauf zum Tom Dick and Harry Mountain, welcher über dem See thront und eine großartige Aussicht bietet.



Was es sonst noch zu entdecken gab |2011-07-05|

Die letzten Tage bin ich ganz schön rumgekommen. Ich war am Mount St.Helens im Bundesstaat Washington. Das ist ein aktiver Vulkan, welcher vor allem 1980 mit einem gewaltigen Ausbruch auf sich aufmerksam machte, bei dem er glatte 400m an Höhe einbüßte und derartig gewaltige Verwüstungen in der Umgebung hervorrief, dass man auch heute, reichlich 30 Jahre später, noch fast baumlose Höhenkämme und Ascheberge bestaunen kann. Vom Johnston Ridge Observatory aus kann man direkt in den Krater schauen und bekommt eine Ahnung davon, welch gewaltige Kräfte da am Werke waren und immer noch sind. Wer es etwas anschaulicher mag, kann sich da auch einen Film zum Thema anschauen.
Ich war nicht nur in den Bergen, sondern ein weiteres Mal an der Pazifikküste; diesmal bei schönem Wetter. Um es gleich vorwegzunehmen: Der Pazifik ist ganz schön kalt. Ich bin ein Stück der Three Capes Scenic Route entlanggefahren, von Tillamook bis nach Newport. Der erste Stop war Cape Lookout , wo ich mich vor die Wahl gestellt sah, den Wanderweg hinab zum Strand oder den etwas längeren zur Spitze des Kaps zu wählen. Ich entschied mich für die zweite Variante. Der Weg war alles andere als leicht begehbar, was mich daran erinnerte, das Wanderschuhe hilfreich gewesen wären, wenn ich sie denn mitgenommen hätte. Trotzdem bewältigte ich die Strecke zum Kap und wurde mit vielen großartigen Aussichten auf den Strand und das Meer belohnt. Leider gab es keine Wale zu sehen, man soll sie aber von den Kaps aus beobachten können. Dann fuhr ich weiter nach Süden, wo ich an einem Dünengebiet vorbeikam. Dann ging es direkt an der Küste entlang zu Cape Foulweather, welches an diesem Tag seinem Namen keinerlei Ehre machte, aber dafür eine spektakuläre Aussicht bot. Kurz vor Newport fand ich dann auch einen sehr schönen kilometerlangen Sandstrand zum Rasten und Strandspazierengehen. Kurz bevor es an der Zeit war, wieder in Richtung Norden zu fahren, erreichte ich Newport. Dort wollte ich mir die Seelöwen anschauen, die im Hafen faul auf dem Pier rumliegen. Die waren aber gerade andernorts beschäftigt, deswegen konnte ich nur den leeren Pier bestaunen und mich dann auf die Rückreise machen.



So schön das Meer auch ist, Oregon hat auch noch ganz Anderes zu bieten. Fährt man durch die Kleinstadt McMinnville, so erblickt man plötzlich eine B474, welche scheinbar auf dem Dach eines großen Hauses gelandet ist. In Wirklichkeit handelt es sich um ein Spaßbad und die Boing auf dem Dach wird als Rutsche zweckentfremdet. Warum aber gerade ein Flugzeug? Das ist die beste Werbung für das Evergreen Aviation & Space Museum, zu dem auch das Spaßbad gehört. Dieses Museum ist die Heimat der "Spruce Goose" , des weltgrößten Holzflugzeuges, das in den 40er Jahren des letzten Jahrhunderts erbaut wurde. Es sind viele Kampfflugzeuge, Bomber und Helikopter zu bestauen. Ein besonderes Ausstellungsstück ist die SR71-Blackbird. Desweiteren kann man die Geschichte der Raumfahrt nachvollziehen, von den Anfängen nach dem zweiten Weltkrieg über Sputnik, erste Tiere und Menschen im All, Mondlandung und Raumstationen bis hin zur Gegenwart. Ein Kontrollzentrum samt Titan2-Rakete kann besichtigt werden, diverse Raumanzüge, Landekapseln, Satelliten, Mond- und Marsfahrzeuge und noch viel mehr.



Und kaum besinnt man sich, da ist auch schon 4. Juli. Da feiert der US-Amerikaner für gewöhnlich seine Unabhängigkeit. Mich zog es erstmal hinaus in die Natur, ich wollte mir Mount Hood aus der Nähe anschauen (auf den Spuren des legendären Oregon Trail). Der sehr fotogene Berg mach sich allerdings am besten aus einer gewissen Ferne, dann strahlt sein schnee- und gletscherbedeckter Gipfel besonders schön. Aus der Nähe (genauer gesagt der Timberline Lodge im 2000m Höhe am Hang des Berges) kann man feststellen, dass man auch im Hochsommer seinem Wintersportvergnügen nachgehen kann, so man Muße dazu hat. Nach soviel Natur wollte ich dann doch wieder nach Portland. Dort fand das alljährliche Waterfront Blues Festival statt. Sehr viele Menschen waren unterwges, um für die Bedürftigen zu spenden (es ist eine Benefizveranstaltung), die Bands auf den verschiedenen Bühnen spielen zu sehen (Put it in the dumpster, yeah!) und natürlich, um das halbstündige Feuerwerksspektakel zu bestaunen, welches von einem Schiff auf dem Willamette River aus gezündet wurde, als die Dunkelheit hereinbrach. Das war echt super.

Portland, Oregon |2011-06-27|

Letztes Wochenende war ich in Portland, der größten Stadt hier in Oregon. Die Stadt liegt an der Mündung des Willamette Rivers in den Columbia River und die Geschichte erzählt uns, das einst ihre Namensgebung durch einen Münzwurf entschieden wurde. Bei gutem Wetter, wie ich es glücklicherweise hatte, erheben sich am Horizont die Vulkane Mount Hood und Mount St.Helens majestätisch über der Großstadtkulisse. Ich besuchte Powells City of Books, einen der größten Buchläden der Welt, wo man mehr als eine Million neuer und gebrauchter Bücher durchstöbern kann. Man kann am Flußufer die vielen riesigen Brücken bestaunen und den Schwänen und Booten beim Vorbeischwimmen zuschauen. Noch ein Tip für alle, die sich ein Eis an der Uferpromenade gönnen: ein normales Eis reicht vollkommen aus, das ist so viel wie bei uns fünf oder sechs Kugeln.



Feucht |2011-06-19|

So war das Wochenende. Sowohl was das Wetter als auch die Sehenswürdigkeiten betraf. Gestern war Regen angesagt, was liegt da also näher, als sich ein paar Wasserfälle anzuschauen? Nummer eins war der Multnomah Falls, der vierthöchste Wasserfall der USA mit 186 Metern Höhe. Der Wasserfall rauscht in zwei Kaskaden in die Tiefe. Dazwischen hat man eine schöne kleine Brücke gebaut, damit man sich das Spektakel aus der Nähe anschauen kann. Der Aufstieg zur Spitze des Wasserfalls war auch bei kühlem Wetter etwas anstrengend. Von oben war aber leider nur Nebel zu sehen. Ein paar Autominuten weiter auf dem Historic Columbia River Highway kam dann der Horsetail Falls. Wenn man dem Pfad links den Berg hinauf folgt, kann man den wunderschönen Ponytail Falls bewundern, ein kleinerer Wasserfall, hinter dem man durchgehen kann. Noch ein Stück weiter kommt man zu einem Aussichtspunkt, wo man das gesamte Tal mitsamt dem Columbia River überblicken kann. Den ganzen Tag hat es genieselt oder geregnet, jetzt verstehe ich jedenfalls, warum hier alles so grün ist.
Heute dann hab ich mich in die andere Richtung aufgemacht: nach Westen zur Pazifikküste. Das Wetter war etwas besser vorausgesagt, was auch eintraf. Es hat nicht geregnet, nur ab und zu genieselt. Das Ziel war der Cannon Beach, ein kilometerlanger Sandstrand. Entlang des Strandes ragen mehrere Felsen aus dem Wasser; einer der größten Küstenmonolithe ist der Haystack Rock mit 71 Metern Höhe. Zum Baden lud das Wetter wahrlich nicht ein, da es kühl und windig war. Dennoch eine grandiose Kulisse.



...und die Heimat der Tapferen |2011-06-16|

Da bin ich also, im Land der unbegrenzten Möglichkeiten. Genauer gesagt in Oregon. Irgendwie ist es nicht so verschieden von Deutschland und dann doch wiederum. Die Landschaft ist mindestens genauso schön wie zu Hause, viele Berge und Wälder, aber genaueres werde ich erst am Wochenende herausfinden können.
Keinen gesteigerten Wert scheint man hier auf das Frühstück zu legen, hier im Hotel nennt man das dann Continental Breakfast und am besten läßt es sich als ein lascher heißer Kaffee plus ein trockenes Rosinenbrötchen beschreiben. Da stelle ich dann doch auf Selbstversorgung um, das Zimmer hat glücklicherweise einen richtigen Kühlschrank. Den habe ich schon oft in anderen Hotels auf diesem Planeten vermisst. Das Fernsehprogramm ist vielfältig und abwechslungsreich. Am Erstaunlichsten finde ich die Tatsache, das hier bei Medikamentenwerbung die ganzen Nebenwirkungen mit genannt werden müssen, da hat man bei jeder beworbenen Pille das Gefühl, das das nicht gut sein kann. Bisher hab ich mittags schon einen echten BBQ Burger (hat so satt gemacht, dass ich ihn nicht mal ganz geschafft habe), eine vietnamesische Suppe (auf die ich länger warten musste als ich jemals vermutet hätte, die aber alles von Nudeln über Fisch, Garnelen und Hühnchen enthielt) und italienische Nudeln gegessen - daran sieht man schon, welche Bandbreite an Restaurants hier zu finden ist.

China? |2011-06-09|

Hier sind ein paar Impressionen von meinem letzten Ausflug nach China im Frühjahr.