Sonnenschein |2013-11-18|

Der Oktober war sehr sonnig und zumindest in der ersten Hälfte auch sehr heiß. Klingt erstmal seltsam, war aber so. Das lag auch zu nicht geringem Teil daran, dass ich in Australien war. Um die Reise kurz zusammenzufassen: Der Plan war, von Darwin nach Perth zu fahren, also grob die gesamte Westküste abzuklappern. Ich war mit einem Kumpel unterwegs, das macht sich bei einer Gesamtstrecke von insgesamt knapp 8000 Kilometern besser und außerdem konnten wir uns so besser Rückendeckung bei den ganzen gefährlichen Tieren geben :-)



Start der Reise war Darwin. Der Taxifahrer fuhr uns im abnehmenden Sonnenlicht zum Hotel, es war perfektes Wetter. In der Abenddämmerung machten wir noch einen kurzen Ausflug zum Meer und dort die erste Bekanntschaft mit den einheimischen Mücken (es sollten noch sehr viele weitere folgen, vor allem im Kakadu Nationalpark). Dabei machten wir die erstaunliche Entdeckung, das die Australier bei laufendem Motor einfach im Auto rumsitzen. Das, so ging uns wenig später auf, hing damit zusammen, das man es im Auto nur bei voll aufgedrehter Klimaanlage aushält. Am nächsten Morgen fuhren wir dann zur Autovermietung, um unseren Toyota Landcruiser abzuholen, der für die nächsten 4 Wochen als mobile Heimstatt dienen sollte. Doch leider war dem die Klimaanlage kaputtgegangen und man wollte uns das Auto nicht ohne selbige für die lange Reise zumuten (bei oftmals über 40 Grad im Schatten verständlich). Da die Reparatur noch ein paar Stunden dauern würde, gab man uns einen klapprigen Kleinbus, mit dem wir erstmal die Innenstadt von Darwin unsicher machten. Linksverkehr! Schon wieder! Das hatte ich doch erst vor zwei Jahren in Neuseeland. Aber sowas verlernt man ja nicht. Ist aber immer wieder ein Erlebnis, wenn der Scheibenwischer angeht, obwohl man eigentlich nur blinken wollte ;-)
Es wurden erste Einkäufe getätigt und dann bekamen wir am Nachmittag endlich das Auto. Es war noch genügend Zeit, um in dem Litchfield Nationalpark zu fahren (Die Sonne ist in Darwin für gewöhnlich schon abends halb sieben hinterm Horizont verschwunden). Als erstes fallen einem neben dem satten Grün die gewaltigen Termitenhügel auf, die durchaus ein paar Meter hoch werden können. Der 4WD-Campground bei den Florence Falls wurde die erste kleine Bewährungsprobe für das Auto (kein Problem) und der erste Übernachtungsplatz. Gleich bei unserer Ankunft während der Dämmerung begann es sofort zu regnen und ich dachte mir so: Na toll, da willst Du im Oktober raus aus dem kalten Deutschland und ab in die Sonne und dann gleich am ersten Tag Regen. Dabei soll die Regenzeit in Australien doch erst im November beginnen...
Nächster Morgen: Die Sonne war ungewohnt zeitig aufgegangen (so zwischen um 5 und halb sechs wirds schon hell) und die anderen Allrad-Camper schon am Aufbrechen, ehe wir aufgestanden waren. Es war warm und sonnig. Ein Schild versprach einen 30 minütigen Marsch zu den Florence Falls, wo man laut Reiseführer in einem Pool mit Wasserfall baden kann. Ein anderes Schild versprach Probleme mit (Salzwasser-)Krokodilen, falls man einfach im Bach neben dem Campingplatz baden gehen würde. Wir entschieden uns für die Florence Falls. Dort angekommen wurde uns klar, warum die anderen Camper so schnell aufgebrochen waren. Natürlich wollten die auch alle baden und natürlich wollten die nicht wie die zwei dummen Deutschen dafür erst ne halbe Stunde durch den Wald latschen, wenn doch gleich neben den Wasserfällen extra ein Parkplatz gebaut wurde. Ein bißchen ist die Mentalität der Australier so wie die der Amerikaner: wenn möglich, dann soll es so bequem sein, das man direkt hinfahren kann. Manchmal geht das aber nur mit Allradfahrzeugen. Da so ein morgendliches Bad nicht tagesfüllend ist, ging es dann weiter zum nächsten Campground, welcher - oh Zufall - auch einen Wasserfall mit Badepool zu bieten hatte - die Wangi Falls. Zwischendurch gabs noch ein Sumpfgebiet mit vielen Wildvögeln zu erkunden und noch mehr Wasserfälle zu bestaunen. Neben der heftigen Mittagshitze hatten wir auch nachts damit zu kämpfen, das es echt warm war und nur sehr langsam abkühlte.



Am nächsten Tag (Nummer 3) wars dann erstmal genug mit dem Litchfield National Park, da im Osten schon der Kakadu National Park auf uns wartete. Auf dem Weg dorthin liegt der Adelaide River, man könnte ihn als krokodilverseuchten Schlammfluß bezeichnen. Die Australier hatten jedoch eine super Geschäftsidee: Sie bieten Bootsfahrten auf dem Fluß an, bei dem die Salzwasserkrokodile mit dicken Fleischbatzen an langen Angeln angelockt werden. Wenn sie das Futter wollen, müssen sie danach schnappen und im besten Fall danach "springen". Das ganze nennt sich dann auch Jumping Crocodiles Tour und ist schon ziemlich spektakulär, gerade wenn die Krokos so ein bis zwei Meter neben einem aus dem Wasser geschossen kommen. Nach dieser Showeinlage fuhren wir dann in den Kakadu National Park, am Straßenrand loderten uns schon erste kleine Buschbrände entgegen, die jedoch harmlos waren. Der Kakadu Resort Campingplatz, den wir für die Nacht ausgewählt hatten, bot eine reiche Tiervielfalt. Es gab sehr viele Mücken, die sich für mein Blut interessierten. Neben weißen Kakadus und anderen lustigen Vögeln gab es auch Frösche und auf dem Klo hatten es sich ein paar Geckos bequem gemacht. Am nächsten Morgen versuchte dann eine Gottesanbeterin auf dem linken Vorderrad mitzufahren, ich hab sie dann aber lieber auf den nächsten Baum umgesiedelt.
Am nächsten Tag fuhren wir bis in dem östlichsten Zipfel des Parkes nach Ubirr. Dort war es mal wieder sehr heiß (seltsamerweise gelang es uns oftmals, genau in der größten Mittagshitze dort anzukommen, wo wir uns was anschauen oder wandern wollten), es gab viele tolle Felszeichnungen der Aborigines zu sehen und eine geniale Aussicht von einem Plateau hinein ins Arnhem Land. Über Jabiru führte die Reise dann nach Süden zum Nourlangie Rock. Den 16 km Gewaltmarsch auf den Berg konnten wir uns dank der Hitze gerade nochmal verkneifen und haben dafür den kleinen Rundgang mit weiteren Felszeichnungen und einem Lookout bewältigt. Da laut Reiseführer die spektakulären Wasserfälle im Süden des Nationparks im Oktober aufgrund des Wassermangels keine Reise wert sind, verließen wir am nächsten Tag den Kakadu in Richtung Katherine. Dort kamen wir aber nicht an, da der Campground bei den Edith Falls eine gute Übernachtungsmöglichkeit bot. Außerdem bewältigten wir eine beschwerliche aber lohnende Wanderung den Berg hinauf zu den oberen Wasserfällen und schwammen eine große Runde im See des unteren Wasserfalls. Danach ging es nach Katherine zum Vorräte auffüllen. Das war dann auch der erste Ort nach einer Woche, wo es wieder Telefonempfang gab. Das kostenlose Internet bei McDonalds wollte hingegen nicht so richtig funktionieren. Ein kurzer Abstecher nach Süden brachte uns zu den Cutta Cutta Caves, einer Tropfsteinhöhle. Dort gab es neben den sehenswerten Tropfsteinen auch süße kleine Felsenkängurus zu sehen. Deren Taktik war es, sich von uns zu schützen, indem sie einfach so taten, als wären sie ein Felsen. Und Felsen bewegen sich bekanntermaßen nicht, sondern stehen einfach so in der Landschaft rum. Was kann man sich mehr wünschen als ein Tier, das fürs Foto auch noch stillsteht?!
Nun war es an der Zeit Richtung Osten aufzubrechen, um das Nordterritorium zu verlassen. Relativ ereignislos ging es ein paar hundert Kilometer auf dem Victoria Highway entlang. Zwischenstation machten wir beim Victoria River Roadhouse, wo uns eine der hinteren Seitenscheibe kaputt ging. Die nächste Möglichkeit zur Reparatur war erst in Kununurra gegeben, also machten wir uns gleich früh am nächsten Tag auf den Weg dorthin. Wir erreichten Kununurra ohne weitere Probleme, jedoch konnte die Seitenscheibe erst am nächsten Tag ersetzt werden. Der Ort ist zwar klein, aber ganz nett an einem Stausee gelegen und so fanden wir auch einen sehr schönen Campingplatz (Big4), welcher sogar man höre uns staune Internet gegen ein geringes Entgeld zur Verfügung stellte. Am nächsten Morgen fuhren wir dann sofort zur Werkstatt, um die Scheibe ersetzen zu lassen, jedoch stellte sich heraus, dass das bis zum Mittag dauern sollte. Aber - no worries - wir wurden einfach von einem netten Mitarbeiter in die Stadt gefahren. Die Kommunikationsversuche gestalteten sich jedoch schwierig, da seine Aussprache für unsere Ohren das reinste Kauderwelsch war und wir nur hin und wieder mal ein englisches Wort wahrnehmen konnten. Wer den Film Snatch kennt und die Rolle, die Bratt Pitt da spielt, wird wissen, was ich meine. So konnten wir jedenfalls bequem den Vormittag in einem Café und im lokalen Einkaufszentrum verbummeln.



Mittags hatten wir dann unser Auto samt neuer Scheibe endlich wieder und es konnte weitergehen. Das nächste Ziel wartete doch schon längst auf uns! Zwar etwas abgelegen von der Hauptreiseroute, jedoch ein Muß: die Bungle Bungles, ca. 250 km südlich von Kununurra. Wir fuhren also den Nachmittag auf dem Northern Highway nach Süden (eine lange Gerade - eine Kurve - noch eine lange Gerade! usw.) und erreichten die Zufahrt am späten Nachmittag. Der Reiseführer warnt an dieser Stelle: für die 52 km Offroadstrecke bis zum eigentlichen Eingang des Nationalparks solle man doch bitte 2 bis 3 Stunden einplanen. Das hätte bedeutet, dass wir erst im Dunkeln im Park gewesen wären und das wollten wir nun auch nicht. Wir hatten jedoch Glück. Direkt hinter der Einfahrt befand sich ein Camp, welches zwar schon abgebaut wurde, da die Hauptsaison vorbei wahr, aber wir durften übernachten und die Toiletten und Duschen funktionierten noch. Am nächsten Morgen nahmen wir dass die Strecke in Angriff. Wie bereits angedeutet war die alles andere als einfach, da sie sehr kurvenreich und holprig ist. Wir mußte zwar nicht das Allrad anwerfen, aber es war dennoch eine anstrengende und staubige Fahrt. Da wir zeitig losgefahren sind, waren wir vormittags bei der Ranger Station im Park und hatten noch genug Zeit, unser erstes Ziel im Norden anzusteuern: Echidna Chasm. Dabei handelt es sich um eine Schlucht, die man am besten zwischen 11:30 und 12:30 Uhr besucht (zumindest im Oktober), da das die einzige Stunde am Tag ist, wo die Sonnenstrahlen die steilen roten Wände in Licht tauchen und dem Ort etwas Zauberhaftes geben. Stellenweise ist das Tal nur einen Meter breit und teilweise bis 200m hoch.
Nach der Wanderung durch das Tal fuhren wir zum Wangi Campground, wo wir uns für den Rest des Tages von Fliegen und der Nachmittagshitze ärgern ließen und ich etwas Zeit fand, um Postkarten zu schreiben. Die Rangerin gab uns den Hinweis, den südlichen Bereich der Bungle Bungles früh am Morgen zu besuchen. So kam es, das wir schon fröhlich zwischen schwarz-roten Sandsteindomen wanderten, wo man sich normalerweise nochmal im Bett umdreht und zumindest in Deutschland noch darauf wartet, dass die Sonne irgendwann man aufgeht. Die sogenannten Bienenkörbe im Süden der Bungle Bungles sind eine eigenwillige surreale Landschaft. Es hätte mich nicht weiter gewundert, wenn da plötzlich irgendwo eine brennede Giraffe rumgestanden hätte. Highlight ist die Cathedral Gorge, eine Schlucht, die in einem gigantischen Felsendom mündet. Danach ging es wieder zurück nach Kununurra und am nächsten Tag auf die Gibb River Road gen Westen. Diese 700 km lange Offroadpiste sollte man gemacht haben, wenn man in Westaustralien unterwegs ist. Der Start war etwas ernüchternd: Normale Asphaltstraße. Viele Kilometer. Dann irgendwann begann die gut festgefahrene Graupelpiste, die sich dann nach einer Weile auch mal in eine etwas ungemütlichere Graupelpiste oder eine Sandpiste verwandelte. Das war jedoch alles kein Problem mit dem Geländewagen, nur hin und wieder erforderten sandigere Abschnitte oder Gebiete mit größeren scharfkantigen Steinen etwas mehr Konzentration vom Fahrer. Leider mußten wir feststellen, dass im Oktober für einige Campgrounds die Saison schon vorbei war und so hatten wir am Ende des Tages plötzlich schon die halbe Gibb River Road hinter uns gebracht. Wir übernachteten in der Galvans Gorge, einem kleinen Tal durch das ein kleiner Bach floß, dort sahen wir zum ersten Mal ein paar Warane.
Der rote Staub, den es (fast) überall auf der Gibb River Road und auf anderen Outback-Strecken gibt, ist auch noch Wochen später überall im Auto zu finden, da er extrem feinkörnig ist und überall hinkommt. Am nächsten Tag holperten wir weiter auf der Piste, zunächst zur Bell Gorge, die etwas nördlich liegt. Endlich gab es mal ein paar kleine Wasserdurchfahrten, die zwar nicht schwierig, aber abwechslungsreich auf der ansonsten trockenen Gibb River Road waren (in der Regenzeit sieht das natürlich anders aus). Bei einer nicht ganz so kurzen Wanderung kam dann tolles Crocodile Dundee Outbackfeeling bei roten Granitfelsen, einem vom Bach zum Flüßchen mutierenden Wasserlauf und am Ziel (wie sollte es anders sein) einem Wasserfall auf. Dort wurde erstmal ausgibig gebadet und ich sammelte erste Erfahrungen mit der Rutschigkeit von algenbewachsenen Unterwasserfelsen, eine Angelegenheit, die mir später im Karijini Nationalpark noch zum Verhängnis werden sollte.



Die Fahrt führte uns dann in den Süden zur Windjana Gorge, unserem Übernachtungsziel. Die Felswände dort hätten eine grandiose Kulisse für Mordor im Herr der Ringe Film abgegeben, es sind hohe steile schwarzrote Sandsteinwände, die etwas bedrohliches ausstrahlen. Damit aber nicht genug, man kann sich da auch noch (relaviv) kleine Monster anschauen. Im Tal dort fließt ein Fluß, in dem Süßwasserkrokodile beheimatet sind. Obwohl der Fluß größtenteils ausgetrocknet war, war noch ein größerer Restwassertümpel übrig, wo sich die Krokos versammelt hatten und auf die nächste Regenzeit warten. Da sie nicht weg konnten, waren sie hilflos unseren Fotoapparaten ausgeliefert. Abends gabs dann zur Abwechslung mal ein kleines Gewitter in der Ferne und ein paar Regentropfen. Am nächsten Morgen natürlich wieder strahlender Sonnenschein. Auf dem Windjana Gorge Campingplatz trafen wir auch zum ersten Mal Tino und Franziska, die auch auf großer Australientour waren und die wir später wiedertreffen sollten. Einige Kilometer südlich befand sich das nächste Zwischenziel, der Tunnel Creek. Das ist eine Höhle, durch die ein Bach fließt und die in der Trockenzeit durchwandert werden kann. Das spannende daran ist, das in der Höhle Fledermäuse und die schon erwähnten Süßwasserkrokodile wohnen. Mit unseren Taschenlampen bewaffnet schafften wir die Durchquerung hin- und zurück auch ohne Zwischenfälle, die Augen der Krokodile leuchten im Dunkeln und so weiß man, wo man besser nicht drauftreten sollte. Außerdem fressen sie am liebsten Fisch und reißen normalerweise aus, wenn man sich ihnen nähert (das sollte man bei Salzwasserkrokodilen aber lieber nicht ausprobieren). Nach der schön kühlen Höhle fuhren wir wieder zurück auf die Gibb River Road und bis zu ihrem Ende kurz vor Derby und bewältigten sie somit nach drei Tagen.
Wir machten einen kurzen Abstecher nach Derby, wo wir den Prison Tree, einen sehr alten und sehr dicken Boab Tree anschauten und dann nach Broome weiterfuhren. Hier blieben wir zwei Tage, da Broome einen tollen Strand (Cable Beach) hat und wir zum ersten Mal nach etwa zwei Wochen am Meer waren und natürlich auch baden gehen wollten. Die Kombination aus Klamotten zu nah am Wasser abgelegt und das Unterschätzen der Flut führten dann dazu, dass ich gerade noch die Sachen retten konnte, bevor das Meer sich ihrer bemächtigen konnte. War natürlich alles naß und voller Sand ;-) An unserem Zeltplatz zog am Nachmittag dann auch immer die Kamelkarawane vorbei, auf der man als Tourist mitreiten kann. Haben wir aber nicht gemacht, war auch nicht wirklich billig und laut Zeugenaussagen auch nicht übermäßig spannend. In Broome hatten wir noch das Glück, auf dem Weg zum Strand eine Kragenechse fotografieren zu können, die sind uns sonst leider nicht über den Weg gelaufen.
Von Broome aus fuhren wir Richtung Westen zum Eighty Mile Beach Caravan Park, einem schönen Campingplatz direkt hinter der Düne am Meer. Der Strand präsentierte sich bei unserer Ankunft mittags in schönstem weißen Sand mit hellblauem Wasser. Als wir dann am späten Nachmittag ins Wasser hüpfen wollten, stellten wir erstaunt fest, dass die Ebbe uns das ganze Wasser geklaut hatte. Also versuchten wir uns als Wattwanderer, aber weiter als huntert Meter sind wir dann auch nicht rausgewandert, man weiß ja nie, wann die Flut zurückkommt und das Watt wurde immer pampiger und wollte schon fast die Badeschlappen verschlingen. Man konnte aber lustige kleine Krabben und Wasserschnecken beobachten.



Port Headland stand als nächstes auf der Liste, aber nur als kleines Zwischenziel. Der Ort wird hauptsächlich zur Verschiffung von Eisenerz genutzt und das sieht man auch: Überall wird gebaut, überall ist nur rostigrote Erde zu sehen. Die Tagesetappe sollte uns bis in den Karijini Nationalpark führen, eine lange Strecke, auf der es aber abgesehen von vielen Road Trains und deren Opfern (viele tote Kühe am Wegesrand) nicht so sonderlich viel zu sehen gab. Im Nationalpark besuchten wir als erstes die leicht erreichbaren Florence Falls, die leider nur sehr wenig Wasser hatten und daher leider auch nicht so beeindruckend waren. Jedoch unterschätzte ich die Glattheit des Algenbewuchses des kleinen Zuflusses und rutschte unglücklich aus, sodass es mich der Länge nach hinlegte. Zweieinhalb Wochen später zurück in Deutschland stellte dann der Chirurg fest, das ich mir bei der Aktion den rechten Ringfinger gebrochen hatte. Das wußte ich da natürlich noch nicht und da sich der Finger nachwievor bewegen ließ, ging ich erstmal davon aus, das nur was verstaucht ist und ich keinen Arzt brauche...
Am nächsten Tag besuchten wir noch die Hammersley Gorge, eine relativ farbenfrohe Schlucht mit mehreren Pools. Jedoch war sie ziemlich gut besucht und nicht wie im Reiseführer beschrieben begehbar, sondern bestenfalls durchschwimmbar. Das war jedoch für mich mit der schmerzenden Hand erstmal nicht machbar. Danach fuhren wir auf einer Graupelpiste wieder gen Norden Richtung Karratha. Unterwegs konnten wir mehrere der teilweise kilometerlangen Züge sehen, die das Eisenerz aus dem Landesinneren an die Nordküste transportieren. Im Norden angekommen mußten wir leider feststellen, dass diese Ecke nicht besonders touristisch geprägt ist. Nach einer längeren Irrfahrt, bei der wir einen Campingplatz fanden, der nur bis 12 Uhr geöffnet hat (er war schon gegen 16 Uhr), einen anderen der nicht mehr existierte und einen dritten, der uns auf die anderen beiden verwies (wahrscheinlich war dem Besitzer unser Auto zu dreckig), fuhren wir notgedrungen nochmal hundert Kilometer gen Südwesten zum nächsten Roadhouse, wo wir dann Essen und Übernachtung fanden.
Der nächste Ort unserer Reise war dann Exmouth, ganz im Nordwesten Australiens. Dort wurde dann glücklicherweise wieder mehr geboten. Gleich am Tag unserer Ankunft buchten wir eine Walbeobachtungstour, da es grade die Zeit war, wo die Buckelwale durch die Bucht ziehen. Die Bootstour ging 16 Uhr los. Wir wurden mit einem Kleinbus vom Campingplatz abgeholt und welch Überraschung, eine ganze Gruppe anderer Deutscher war natürlich auch mit an Bord. Leider war es die Sorte von lauten peinlichen jugendlichen Landsleuten, auf die man gut verzichten kann. Wir fuhren dann zum schicken, aber noch nicht hundertprozentig fertig wirkenden Hafen und kletterten auf unser Boot, wo wir vom Kapitän begrüßt wurden. Dann schipperten wir langsam raus aufs Meer. Wir waren noch nicht sehr weit gekommen, da sah ich etwas erstaunliches: Ein Tier, ich vermutete zunächst einen Vogel, schien aus dem Meer aufzutauchen und dann übers Wasser zu gleiten. Dann tauchte das Tier wieder ins Wasser ein und war verschwunden. Dann sah ich das nächste Tier, was das gleiche machte. Irgendwann fand ich es etwas seltsam, das die Tiere untergetaucht blieben. Da wurde mir klar: das sind fliegende Fische! Sie schienen irgendwie ziemlich viel Spaß dabei zu haben, über das Wasser zu gleiten und für eine Weile ihren angestammten Lebensraum zu verlassen. Unser Busfahrer / Koch / Ober / Tourguide / Mädchen für alles bestätigte meine Vermutung.



Inzwischen stellte sich heraus, dass der Kapitän ziemlich genau wußte was er tut, denn die Wale hatte er erstaunlich schnell gefunden. Es schien eine Familie aus zwei Erwachsenen und einen Jungtier zu sein. Wir fuhren gemeinsam mit mehreren anderen Beobachtungsbooten den Tieren hinterher. Sehr viel ist von so einem Buckelwal aber nicht zusehen, sie tauchen kurz auf, pusten, dann sieht man noch ein Stück Rücken mit einer kleinen Rückenflosse und dann sind sie wieder weggetaucht. So schipperten wir bis gegen 18 Uhr den Walen hinterher und machten Fotos. Dann gab es ein Buffet. Dies wurde uns allen gewissermaßen ein kleines bißchen zum Verhängnis. Zum Glück nicht kulinarisch gesehen. Aber der Kapitän verlor die Wale aus den Augen und wir Tourgäste legten alle die Kameras beiseite. Nach einer Weile fragten wir uns alle (auch der Kapitän), wo denn die Wale abgeblieben sind. Dann sahen wir sie weit hinter uns plötzlich wieder: sie sprangen aus dem Wasser! Fast schien es, dass sie damit ihre Freude ausdrücken wollten, dass sie uns losgeworden sind. Wir fuhren mit voller Geschwindigkeit zurück, doch da hatten sie schon aufgehört zu springen. Blöd, aber wir haben es wenigstens gesehen.
Am nächsten Tag hatten wir uns vorgenommen, am Ningaloo Riff auf der anderen Seite der Insel schnorcheln zu gehen (meine Hand tat zwar immer noch weh, aber ich wollte es wenigstens versuchen). Also haben wir schnell die Schnorchelausrüstung ausgeliehen und sind zum Torquoise Bay gefahren. Unterwegs kamen wir an der Marinebasis mit einem gewaltigen Antennefeld vorbei, das diente im Kalten Krieg den Amerikanern zur Kommunikation mit ihren U-Booten. Kaum am Strand angekommen, trafen wir auch schon Tino und Franziska wieder, die gerade mit dem Schnorcheln fertig waren. Die Schnorchelei verlief dann für mich eher anstrengend, da neben dem gebrochenen Finger auch noch die Tatsache nervte, dass ich ständig Salzwasser in meinem Schnorchel hatte. Wir holten uns dann auch noch einen erstklassigen Sonnenbrand, ne Stunde im Wasser Mittags war dann halt doch nicht die klügste aller Ideen. Hat aber trotzdem viel Spaß gemacht. Auf der Rückfahrt sahen wir dann endlich mal ein paar Emus, die am Straßenrand zwischen den Büschen umherwanderten, darauf hatte ich schon eine ganze Weile gewartet. Am Nachmittag sind wir dann noch in den Shothole Canyon gefahren, da ich dort Thorny Devils vermutete, das sind kleine bizarr aussehende Reptilien. Das war eine klasse Offroadstrecke durch einen landschaftlich wunderschönen Canyon. Die Devils fanden wir leider (trotz intensiver Suche) nicht, dafür aber so einige Kängurus, da uns alle fragend anzuschauen schienen: was wollt ihr denn hier?
Am nächsten Tag wollten wir nach Coral Bay fahren. Und wir wollten es die Westküste runter. Nach etwa 1,5 Stunden Fahrt stellte sich heraus, das das keine gute Idee war, denn aus der asphaltierten Straße im Cape Range Nationalpark wurde eine Offroadpiste, deren Start die versandete Mündung eines Flusses war, die nichts Gutes, selbst für 4WD-Fahrzeuge, verhieß. Also fuhren wir wieder die ganze Strecke nach Exmouth zurück und dann die normale Straße nach Coral Bay. Coral Bay stellte sich entgegen des bezaubernden Namens als ziemlich kleines Kaff dar; unserer Wahrnehmung nach bestand es aus einem Campingplatz, einem Supermarkt, einem Backpacker und dem Strand. Deswegen ging es am nächsten Tag gleich weiter nach Carnavon, das war wieder ein richtiger Ort. Als erstes springt einem da die riesige Satellitenschüssel ins Auge, die am Stadtrand steht. Die wurde u.a. bei den Apollo-Weltraummissionen zum Mond eingesetzt. Nach einer kurzen Stippvisite in der Stadt fuhren wir zu dem Blowholes nördlich von Carnavon und dieses Mal wurde ich im Gegensatz zu den Pancake Rocks in Neuseeland vor zwei Jahren nicht enttäuscht: das Meer versorgte die Blowholes kontinuierlich mit Wasser und alle paar Minuten wurde eine mehrer Meter hohe Fontäne rausgeblasen.



Am nächsten Tag fuhren wir zur Shark Bay im Süden. Die Fahrt begann ziemlich eintönig, denn von Carnavonn gehts es erstmal etwa 70 Kilometer geradeaus, bis die erste Kurve kommt. Man kann sich kaum vorstellen, die nervig es ist, einen so lange Strecke einfach nur gerausaus zu fahren, wenn man es nicht selbst gemacht hat. Nach einer kleinen Kurve ging es dann nochmal 40 Kilometer geradeaus ;-) Und so weiter. Dazu nur buschige Halbwüste am Straßenrand. Irgendwann gegen Mittag kamen wir beim Overlander Roadhouse an, wo ich einen der berühmten Meat Pies probiert habe. Ich kann jetzt nicht sagen, dass mich dieser Kuchen mit Fleischfüllung sonderlich begeistert oder überzeugt hätte, die einzige Qualität bestand darin, dass es satt macht. Dann machten wir die Abbiege in die Shark Bay. Ab hier wurde es wieder schöner: viel grüne Vegetation und eine hügelige Straße sowie Ausblicke auf einige schöne Strände sorgten für Abwechslung. Wir stoppten bei den Stromatolithen, das sind so lustige Felsen im Wasser, die quasi leben, da sie durch Baktieren gebildet werden und wachsen. Dann fuhren wir zum Shell Beach, einem sehr weißen Strand, der komplett nur aus Muschelschalen besteht. Dort wehte uns eine steife Brise um die Ohren. Außerdem konnten wir dort einem älteren deutschen Ehepaar aus der Patsche helfen, deren alter Kleinbus nicht mehr anspringen wollte, aber mit einer kräftigen Anschiebeaktion ging es dann doch wieder vorwärts für die beiden. Danach fuhren wir zu unserem Tagesziel nach Monkey Mia. Das ist wenig mehr als ein Strand und ein überfüllter Campingplatz, aber das hat auch seinen Grund. Seit vielen Jahren werden dort fast täglich frühmorgens am Strand Delfine gefüttert, das wollten wir natürlich auch sehen. Doch zuerst vielen uns die ganzen Emus auf, die neugierig über den Campingplatz spazierten und auch ganz frech versuchten, was Fressbares aus den Autos oder Zelten zu klauen.
Wir brauchten nicht lange, um festzustellen, dass auch Tino und Franziska gerade in Monkey Mia waren, sie standen nur wenige Stellplätze neben uns. Am nächsten Morgen waren wir dann alle zur Delfinfütterung. Die war sehr schön, da die Delfine wirklich ganz nah an den Strand ins flache Wasser geschwommen kommen und man so auch sehr gute Fotos von ihrnen machen kann, was auch dem offenen Meer eher schwierig ist. Danach fuhren wir wieder Richtung Süden, am Vortag hatten wir ein Schild erspäht, auf dem eine Haifischfütterung angepriesen wurde und das wollten wir gern sehen, wenn wir schon in der Shark Bay sind. Es stellte sich heraus, dass es dort nicht nur Haie, sondern noch viele andere Meeresbewohner zu sehen gab. Die Haie schwammen in einem großen Becken und wurden mit großen Fischstückchen an einem Strick geködert, in denen sie sich dann verbissen und halb aus dem Wasser gezogen wurden, damit man sie besser sehen konnte. Eine sehr enthusiastische Führerin erklärte dann alles über die vielen Bewohner der verschiedenen Becken und Aquarien, darunter eine Schnappschildkröte, diverse mehr oder weniger gefährliche und giftige Fische, Rochen und auch Korallen. Am Nachmittage trafen wir uns dann wieder mit Tino und Franziska, um gemeinsam in den Kalbarri Nationalpark zu fahren. Da die beiden kein Allradfahrzeug hatten, aber gern das Nature's Window besuchen wollten, das am Ende einer kurvigen Sandpiste lag, nahmen wir sie mit. Da es schon dunkel wurde, als wir aus dem Nationalpark fuhren, suchten wir uns einen Parkplatz in der Nähe zum Übernachten. Die Nacht war sternenklar und so konnten wir ein paar schöne Sternenfotos und einen Startrail machen. Mittlerweile waren wir jedoch soweit in den Süden gereist, dass die Temperaturen nachts bis auf ca. 20 Grad fielen. Klingt erstmal viel, aber wenn man aus dem heißen 40 Grad Norden kommt, dann verkrümelt man sich bei kalten 20 Grad ganz schnell in seinen Schlafsack.
Am nächsten Morgen verabschiedeten wir uns von Tino und Franziska, die beiden wollten zwar auch bis nach Perth, aber wir hatten weniger Zeit als sie. Wir hatten von ihnen noch ein paar interessante Tipps für mögliche Zwischenstopps bekommen und einen wollte ich gleich besuchen. Dabei handelt es sich um das Fürstentum Hutt River (Principality of Hutt River). Auf dem Weg dorthin kamen wir noch am schönen Red Cliff Lookout vorbei und konnten ein weiteres seltsames Tier erspähen. Das war der Tannenzapfenskink. Er erinnert vom Körperbau an einen großen Tannenzapfen und auch die Schuppen sehen so aus. Da er gern am Straßenrand oder auf der Straße rumliegt, um sich zu sonnen, muss man ganz schön aufpassen, das man ihn nicht einfach überrollt. Kommt man dem Tierchen zu nahe und es fühlt sich bedroht, dann macht es folgendes: es reißt sein relativ großes Maul auf und streckt einem die blaue Zunge raus. Da ist man dann erstmal etwas perplex. Doch zurück zum Hutt River. Dieses Fürstentum wurde 1970 von Leonard George Casley gegründet, der sich damit von Autralien lossagte und seinen eigenen unabhängigen Staat gründete. Wir trafen das Staatsoberhaupt persönlich und er erzählte uns vieles zur Geschichte seines Landes. Natürlich wird sein Staat von Australien nicht offiziell anerkannt, aber es ist spannendn, mit welchem Ergeiz und Zielstrebigkeit er seine Unabhängigkeit umgesetzt hat. Wir erhielten von ihm auch Einreise- und Ausreisestempel in unsere Pässe, ohne die hätte er uns seinen eigenen Worten zufolge (mit einem Augenzwinkern) einfach da behalten und wir hätten für ihn arbeiten müssen ;-)



Am darauffolgenden Tag besuchten wir die Pinnacles, das sind unzählige verwitterte Kalksteinsäulen inmitten einer Wüstenlandschaft. Es sind versteinerte Überbleibsel von Baumwurzeln, die teilweise bis 4 Meter hoch sind. Wir hatten die Wahl zwischen einer Wanderung in der (Mittags-)Hitze oder einer einfachen Fahrt zwischen den Säulen hindurch. Natürlich haben wir uns für beides entschieden. Der nächste Tag führte uns in den vor den Toren von Perth gelegenen Yanchep National Park, da ich beim zufälligen Stöbern im Reiseführer herausfand, das es dort etwas gibt, was es in Westaustralien normalerweise nicht gibt: Koalas. Und was wäre eine Australienreise denn schon ohne Koalas? Die kuscheligen Bären waren dann auch nicht sonderlich schwer zu finden, da sie auf ein paar Eukalyptusbäumen vor sich hindösten und hin und wieder nicht allzu begeistert auf die ganzen Besucher herabschauten. Das war einer der vielen Momente, wo sich die Anschaffung des 100-300 mm Objektives bezahlt machte, denn von den Bäumen sind sie natürlich nicht runtergekommen.
Nun hatten wir es also geschafft und fuhren noch die restlichen Kilometer bis nach Perth. Weil wir 2 Tagen zu zeitig ankamen, suchten wir uns erstmal einen schönen Campingplatz im Swan Valley. Der hatte zum Glück auch einen Autowaschplatz, denn unser Landcruiser sah nach der langen Strecke schon ziemlich verdreckt aus. Als wir ihn am nächsten Morgen waschen wollten, mussten wir feststellen, das zwei andere Deutsche die gleiche Idee hatten. War aber halb so wild, da wir das Auto ja erst am kommenden Tag abgeben mussten. Was also tun mit dem angebrochenen Tag? Ich beschloss, das es da noch was anderes gab, was ich von Neuseeland her nachzuholen hatte: Pinguine anschauen. Südlich von Perth gibt es die Insel Penguin Island, auf der kleine süße blaue Pinguine leben. Wir buchten also die Pinguin & Seelöwen Tour und drehten erstmal in einem Glasbodenboot eine Runde um die Seelöweninsel. Die Seelöwen waren sichtlich angetan von dem ganzen Besuch (neben unserem Boot waren auch noch Kajakfahrer und Schnorchler zur Insel gekommen) und spielten im Wasser und am Strand. Dann sahen wir auch noch ein paar Delphine. Zurück auf Penguin Island stellten wir fest, das wir noch zwei Stunden hatten, bis die groß angekündigte Pinguin-Fütterung stattfinden würde. Wir tourten also eine Runde über die Insel, die sich fest in der Hand von gefühlt mehreren tausend Möwen und ein paar Pelikanen befindet samt deren Nachwuchs. Die Möwen gaben sich meistens etwas ungehalten, wenn man sich ihren Eiern / Jungtieren näherte, das war jedoch nicht zu vermeiden, da sich der Nistplatz oftmals unter den hölzernen Planken des Gehwegs befand. Zum Glück beließen sie es bei wildem Geschrei und wurden nicht handgreiflich.
Dann saßen wir noch einen Weile vor dem Visitor Center, als dort ein paar Schüler einer der vielen die Insel besuchenden Schulklassen plötzlich eine Entdeckung machten: im Gestrüpp neben den Sitzbänken hatte sich ein kleiner Pinguin versteckt. Der hielt der zunehmenen Aufmerksamkeit jedoch nicht lange stand, verlor die Nerven und watschelte dann plötzlich sehr eilig quer durch die Schülermassen, um im nächsten Dickicht Zuflucht zu finden. So hatten wir nun also auch einen wilden Pinguin gesehen, was am Tage eher ungewöhnlich ist, denn da treiben sich die Tiere meistens auf offener See rum. Dann ging es zur Fütterung. Eine kleine Anzahl der Pinguine lebt auf der Insel in Gefangenschaft und kann so auch von Menschen angeschaut werden. Den kleinen Gesellen gehts aber gut, sie werden dreimal am Tag mit so vielen Fischen gefüttert, wie sie fressen wollen. Der Rekord liegt wohl bei ca. 250 Stück. Uns wurde noch erzählt, dass die gefangenen Pinguine nur tote Fische fressen, weil sie lebende Fische garnicht kennen und als man mal versuchte, lebende Futterfische ins Pinguinbecken zu setzen, da hatten die Pinguine Angst vor ihnen. Am Nachmittag fuhren wir dann nach einem kurzen Bummel durch eines der riesigen Shoppingzentren zurück zum Campingplatz und wuschen unser Auto.



Dann war auch schon der 31. Oktober erreicht, der Tag andem wir unser Auto wieder abgeben mussten. Am morgen machten wir noch ein gründliche Innenreinigung, denn wie bereits erwähnt, hatte sich der rote Outback-Staub überall im Auto festgesetzt. Dann fuhren wir zu Apollo, um unseren Camper abzugeben. Unsere Sorgen, dass das Auto nicht sauber genug sein könnte, waren jedoch unbegründet: Die Frau ging einmal kurz ums Auto (vermutlich um zu zählen, ob noch alle Reifen da sind) und dann bekamen wir auch schon den Abnahmeschein, auf dem "No Damage" vermerkt wurde. Wir hatten noch zwei Übernachtungen in Perth gebucht, also fuhren wir mit dem Taxi ins Hotel im Stadtzentrum. Dieses war zum Glück direkt neben der großen Shopping- und Restaurantmeile nordöstlich des Kings Park gelegen. Nach einem Rundgang durch die Shoppingmeile inklusive London Court machten wir einen Abstecher zu den Fährterminals und dem Bells Tower am Swan River. Dort erhielt ich auch gleich das Bell Tower Zertifikat, natürlich erst, nachdem ich mal eine der Glocken läuten durfte. Mit einbrechender Dunkelheit machten wir uns auf den Weg in den Kings Park, um die Skyline der Stadt bei Nacht zu fotografieren.
Noch einen Tag hatten wir also, dann stand der Heimflug an. Schon lange vor der Reise wußte ich, was ich an diesem letzten Tag machen würde. Das Motto des Tages lautete: Ab auf die Insel! Um genau zu sein, nach Rottnest Island. Die Insel liegt kurz vor Perth, erfordert jedoch eine zweistündige Fahrt mit der Fähre, wenn man so wie wir am Barack Street Terminal in der Innenstadt zusteigt. Diese Insel ist einer der wenigen Orte in Australien, wo es noch Quokkas gibt. Das ist eine kleine niedliche Känguruart und seit ich von denen Fotos gesehen habe war mir klar, wenn ich mal in Australien bin, dann will ich zu den Quokkas! Gesagt, getan. Nach zwei Stunden kamen wir also auf der Insel an. Wir beschlossen, am Strand lang Richtung Norden zu wandern. Badesachen hatten wir auch dabei, da es dort tolle Badestrände gibt. Gleich am Ende des ersten Strandes entdeckte ich dann auch das erste Quokka. Es hockte unter einem Busch und schien vertrocknete Zweige zu knabbern. Unsere Gegenwart schien ihm ziemlich egal und so konnten wir problemlos Fotos machen. Wir gingen weiter bis zum Bathhurst Lighthouse, einem der beiden Leuchttürme der Insel. Dahinter fanden wir dann einen dieser Strände, die man einfach nur als perfekte Badestrände bezeichnen kann. Also Klamotten runter und rein ins Wasser. Das war zwar reichlich kühl - kein Vergleich zu den Badewannentemperaturen in Broome - aber auch sehr klar und erfrischend. Dann wanderten wir weiter bis zur Geordie Bay. Dort war ein kleiner Laden samt Cafe und als wir aus dem Laden rauskamen, war da wieder ein Quokka. Schnell wurden es mehr, offensichtlich schienen sie gern bei dem Cafe rumzuhängen, es gab sogar eine Wasserschüssel für sie. Streicheln war auch problemlos möglich, da sie die anwesendem Touristen anscheinend nach Futter abklapperten. Dann wanderten wir zu den Salzseen im Inselinneren, wobei uns eine steife Brise um die Ohren wehte. Die Seen bildeten komischen Schaum aus, der uns vermuten ließ, dass es sich um einen schlimmen Fall von Umweltverschmutzung handelt, aber in Wirklichkeit kommt das wohl doch vom Salz. Von den Quokkas fehlte nun jede Spur. Da der Wind ein weiters Vordringen Richtung Westen erschwerte, beschlossen wir, wieder zurück Richtung Thomson Bay zu gehen, wo in zwei Stunden die Fähre wieder ablegen würde.



Kaum wieder im bebauten Teil der Insel angekommen, stellten wir fest, das es da wohl den Quokkas am besten gefällt. Sie lungerten auf den Straßen und in den Vorgärten herum. Nach kurzer Beobachtung stellte sich heraus, dass einige von ihnen ganz wild auf die Blätter der riesigen Gummibäume waren, die dort wachsen. Also rupfte ich ein paar ab und gab sie ihnen mal mit großem, mal mit keinerlei Erfolg. Insgesamt scheinen sie ein recht glückliches Leben auf dieser Insel zu führen und so sehen sie auch aus. Wenig später fuhren wir mit der Fähre wieder zurück aufs Festland. Am nächsten Tag flogen wir dann wieder zurück über den halben Erdball und damit war dieser Urlaub zu Ende.


Das Jahresprojekt |2013-07-14|

Letztes Jahr im Herbst startete ich ein Projekt, bei dem es darum ging, einen Baum zu jeder Jahreszeit abzulichten. Ich habe dafür auch einen schönen Kirschbaum gefunden, der ein sehr lohnendes Motiv abgab.



Nass |2013-06-09|

Letzte Woche gab es eine Menge Wasser hier in Dresden. Am Donnerstag war ich mit meiner Kamera unterwegs als die Flut ihren Höchststand von knapp 8,80m erreicht hatte. Die Innenstadt wurde zum Glück nicht überschwemmt, aber wie man auf den Bilden erkennen kann, war die Lage schon ziemlich kritisch - noch etwas mehr Wasser und es hätte wieder so wie 2002 ausgesehen.



Geschichten aus dem Norden |2012-06-26|

Ich blickte während der Fahrt aus dem linken Seitenfenster und sah auf einem kleinen Bauernhof ein paar Kamele. Da dachte ich mir: 'Kamele. Wenn nicht in Schweden, wo sonst ?' Das war kürzlich, als ich gerade die schöne südschwedische Insel Öland erkundete. Schon einige Tage früher setzte ich mich mit einer Frage andere große Tiere betreffend auseinander, denn irgendwie will mal ja auch Elche sehen, wenn man schon in Skandinavien ist. Die einfachste Methode, so heißt es im Internet, ist in der Dämmerung mit dem Auto solange hin- und herzufahren, bis einem ein Elch am Wegesrand begegnet. Nun ist die Dämmerung nicht unbedingt die beste Zeit, um aus dem fahrenden Auto heraus schöne Fotos zu machen - schon gar nicht, wenn man selbst fährt. Außerdem besteht das nicht unerhebliche Risiko, das man sich, seinem Fahrzeug und dem Elch, der einem vors Auto rennt dabei erstlichen Schaden zufügt. Deswegen wählte ich Option zwei und die lautet Elchpark. Da kann man auch bei Tage die sonst eher schüchternen Elche bewundern und ich hatte sogar das Glück, zwei kleine Elchlinge sehen zu können.
Zuvor führte mich meine Reise bereits über Dänemark mit seinen gewaltigen Ostseebrücken und durch die Region Småland, da ich zum Festival in Hultsfred unterwegs war. Nach drei Tagen durchaus gemischten Wetters und viele großartige Bandauftritte später sah ich mich genötigt, zu dem einzigen Ort zu fahren, für den das Wetterradar etwas Sommersonne versprach und das war Öland. Die Insel ist ein besonderer Ort, irgendwie ist dort die Zeit stehengeblieben. Man kann die Ruinen von Fluchtburgen aus der Eisenzeit im Wald suchen, viele jahrhundertealten Windmühlen bestaunen oder im Norden im Naturreservat Trollskogen nach Baumtrollen (es gibt sie wirklich!) oder alten Schiffswracks Ausschau halten. Kilometerlange Gräberfelder und Steinsetzungen vervollständigen das Ambiente. Auf der Rückreise besuchte ich noch Ales stenar, das als skandinavisches Stonehenge gilt.



Von Bienen und Bären |2012-05-27|

Ein kleiner Pfingstausflug führte mich nach Holzhausen; zwischen Dorfchemnitz und Mulda im schönen Erzgebirge gelegen. Dort kann man jährlich zu Pfingsten den Weltmeisterschaften im Kettensägenschnitzen beiwohnen oder einfach die Kunstwerke der vergangenen Jahre bewundern. Außerdem beherbergen einige der riesigen Skulpturen Bienenvölker, denen man beim Honigproduzieren zuschauen kann. Mehr dazu gibt es unter www.schauimkerei.de zu erfahren.



Die Welt im Kleinen |2012-05-06|

Es war ein wenig still in letzter Zeit hier. Daher wird es mal wieder Zeit, dass ich ein paar neue Bilder zeige. Vor kurzem habe ich mir einen Achromat zugelegt. Diese Nahlinse ermöglicht es, zum kleinen Preis in die Welt der Makrofotografie einzutauchen oder zumindest ein wenig hineinzuschnuppern. Ein paar schöne Fotos sind mir schon gelungen, auch wenn die beweglicheren unter den Motiven nicht gerade immer sonderlich kooperativ waren.



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